Die Krawatte - Was der Bräutigam über DAS modische Accessoire wissen sollte

"Die Leute geben ein Vermögen für gut sitzende Anzüge und für passende Schuhe aus. Aber bei der Krawatte hapert es dann oft." (Maurizio Marinella, italienischer Krawattendesigner)

Der Krawattendesigner Marinella bringt es auf den Punkt: Der Krawatte wird beim Anzugkauf viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das Tragen einer Krawatte gehört aber bei bestimmten Anlässen nicht nur zum guten Ton, eine auf Anzug und Hemd abgestimmte Krawatte setzt auch einen modischen Akzent und macht das Outfit erst komplett. Das gesamte Outfit steht und fällt mit der Krawatte!
Ursprünglich stammt die Krawatte übrigens von der Fliege ab: Die Enden wurden immer länger und länger geschnitten, bis sie die Länge der heutigen Krawatte bzw. des Langbinders erreicht hatten.
Bei der Wahl der Krawatte gilt es einiges zu beachten: Sie sollte nicht nur farblich zum Anzug passen, sondern auch auf Körpergröße, Figur, Gesichtsform und Hemdkragen abgestimmt werden. Aber keine Angst - mit unserem kleinen Ratgeber finden Sie die perfekte Krawatte!

Die kleine Krawatten-Fibel: Was muss man beim Kauf beachten?

Schnitt, Länge und Material
Neben der klassischen Krawatte wird besonders zum Hochzeitsanzug auch eine Sonderform getragen: das Plastron. Diese spezielle breite Krawatte wird mit einer Nadel in Position gehalten und mit einem klassischen Dreiteiler oder einer Weste kombiniert. Aber Achtung: Nur der Bräutigam darf ein Plastron tragen! Als Hochzeitsgast sollte man lieber zu einer klassischen Krawatte greifen.
Die Krawatte ist meist 145 cm lang. Größere Männer sollten die Überlänge von 155 cm wählen, da die Krawatte im gebundenen Zustand locker auf dem Hosenbund aufliegen soll.
Neben Stoffen wie Seide, Schurwolle, Samt, Polyester und Baumwolle gibt es auch außergewöhnlichere Materialien wie Leder, Holz oder Glas. Zu einer Hochzeit empfiehlt es sich aber, zu einer klassischen Variante zu greifen und sich für ein hochwertiges Material zu entscheiden.
Wenn Sie wollen, dass Ihnen die Krawatte über mehrere Saisonen hinweg erhalten bleibt, sollten Sie Folgendes beachten: Öffnen Sie den Knoten nach jedem Tragen, damit sich der Stoff wieder glätten kann! Außerdem sollten Sie die Krawatte nicht jeden Tag tragen, damit der Stoff genügend Zeit hat, um in seine ursprüngliche Form zurückzugehen.

Farbe und Muster
In diesem Bereich gibt es eine endlos große Auswahl an Modellen. Zu beachten ist hier, dass die Krawatte nicht nur zum Anzug passen soll, sondern auch zum Hochzeitskleid der Braut! Ob Sie eine unifarbene Krawatte oder eine ausgefallene Variante wählen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Die Zusammenstellung sollte harmonisch sein, aber nicht zu langweilig. Bei Kontrasten sollte man auch Vorsicht walten lassen: Ein zu starker Kontrast zu Anzug und Hemd könnte schrill wirken.
Nehmen Sie zum Einkaufen einfach Freunde mit, wenn Sie sich unsicher fühlen. Eine große Auswahl an Modellen und professionelle Beratung bekommen Sie bei Studio Braut in Villach. Dort können Sie in entspannter Atmosphäre neben Ihrem Anzug auch die passende Krawatte und alle anderen notwendigen Accessoires kaufen.

Der Knoten
Die perfekte Krawatte zu Hemd und Anzug gefunden zu haben, ist allerdings erst die halbe Miete: Nun muss sie noch mit dem passenden Knoten zur Geltung gebracht werden.
Schon im 19. Jahrhundert legte man auf die richtige Bindetechnik großen Wert, in England und Frankreich erschienen eigene Lehrbücher dazu. Heute gibt es über 180 Varianten, eine Krawatte zu binden.
Auch bei der Wahl des Knotens sollten die gleichen Punkte berücksichtigt werden wie beim Krawattenkauf: Größere Männer sollten schlichte Knoten wählen und auf allzu viele Windungen verzichten. Bei kleineren Männern vermeiden dickere und in mehreren Schritten gebundene Knoten, dass die Krawatte zu weit herunter hängt oder das schmale Ende nicht vom breiten abgedeckt wird.
Die Gesichtsform spielt auch noch eine große Rolle: Zierlicheren Gesichtsformen steht eher ein schmaler Knoten, Männer mit einem markanteren Gesicht sollten sich für einen größeren Knoten entscheiden und Mut zur Farbe bekennen. Wenn Sie eher rundliche Gesichtszüge haben, setzen Sie am besten mit markanten Mustern einen interessanten Kontrast. Auch in diesem Punkt können Sie sich im Hochzeitsmodengeschäft (wie z.B. Studio Braut) kompetent beraten lassen. Die Verkäuferinnen haben jahrelange Erfahrung auf diesem Gebiet und können Ihnen dabei helfen, eine Krawatte zu finden, die Ihr Outfit perfekt abrundet und Ihren Gesichtsformen schmeichelt.
Als Anregung möchten wir Ihnen zum Schluss noch drei Krawattenknoten vorstellen. Viel Spaß beim Üben!

Der Klassiker: Der Four-in-Hand-Knoten
Er benötigt nur vier Handgriffe und passt zu allen Krawatten, Krägen und Looks.
Das breite Ende der Krawatte liegt auf Ihrer rechten Seite und etwas tiefer. Sie nehmen es nun in die Hand und legen es nach links über das schmale Ende.
Das breite Ende wird nun einmal herumgewickelt, damit es wieder links zu liegen kommt.
Nun ist ein halber Knoten entstanden. Sie führen das breite Ende nun unter den Knoten. Lockern Sie dabei den Knoten mit dem Zeigefinger. Nun führen Sie das breite Ende von unten über den halben Knoten und ziehen es ganz nach vorne durch.
Nun bringen Sie das breite Ende zwischen die zwei Lagen des Knotens und ziehen es durch. Zum Abschluss halten Sie das schmale Ende fest und ziehen den Knoten langsam zu.

Krawatte1
Krawatte2
Krawatte3
Krawatte4
Krawatte5

Der Kompakte: Der Windsorknoten
Er ist leicht asymmetrisch und ideal für kürzere Krawatten.
Das breite Ende der Krawatte wird dabei über das schmale nach links gelegt und dann nach oben durch die Halsschlinge geführt.
Ziehen Sie das Ende nun nach unten und legen Sie es unter dem schmalen Ende nach rechts.
Dann führen Sie es wieder nach links über das schmale Ende und anschließend wieder nach oben durch die Halsschlinge.
Zu guter Letzt ziehen Sie das breite Ende durch die nun entstandene Schlaufe und bringen den Knoten in Form.

Krawatte1
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Der Extravagante: Der diagonale Knoten
Dieser Knoten erfordert viel Übung! Da er recht ausgefallen ist, erzielt er die größte Wirkung mit einfärbigen Krawatten bzw. einfachen Mustern.
Im ersten Schritt legen Sie das breite Ende über das schmale nach links.
Nun führen Sie es unter dem schmalen hindurch nach rechts und wickeln es einmal um das schmale Ende. Das breite Ende soll nun wieder nach rechts zeigen.
Jetzt nehmen Sie das breite Ende und ziehen es von vorn durch die Halsschlinge auf die linke Seite.
Nun führen Sie das Ende durch die Schlaufe, die im vorherigen Schritt entstanden ist, und ziehen es nach unten.
Geschafft! Zum Abschluss ziehen Sie den Knoten fest, indem Sie ihn leicht drehen. So bringen Sie ihn auch gleichzeitig in Form.

Krawatte1
Krawatte2
Krawatte3
Krawatte4
Krawatte5

Zum Schluss noch ein Tipp für Anfänger: Im Internet finden Sie nützliche Videos mit Anleitungen zum Binden von verschiedensten Krawattenknoten. Viel Erfolg beim Nachmachen!