Vermögen - Schulden

Vermögen - Schulden

Nach österreichischem Recht herrscht der Grundsatz der Gütertrennung. Das heißt, dass jeder der Ehepartner Eigentümer seines Vermögens bleibt, unabhängig davon, ob dieses Vermögen vor oder nach den Eheschließung erworben wird. Eine wesentliche Ausnahme von diesem Grundsatz betrifft die Ehewohnung.

Ausgenommen von der Gütertrennung sind auch die ehelichen Ersparnisse (Wertanlagen, gleich welcher Art, die die Ehegatten während aufrechter ehelicher Lebensgemeinschaft angesammelt haben und die ihrer Art nach üblicherweise für eine Verwertung bestimmt sind) und das eheliche Gebrauchsvermögen (bewegliche oder unbewegliche körperlichen Sachen, die während aufrechter ehelicher Lebensgemeinschaft dem Gebrauch beider Ehegatten gedient haben; hierzu gehören auch der Hausrat).

Nähere Informationen dazu und zur Ehewohnung (auch zum Ausschluss der Aufteilung) finden sie unter „Ehevertrag - neue Möglichkeiten ab 2010".

Die Gütertrennung gilt auch für Schulden. Durch die Eheschließung wird ein Ehegatte nicht „automatisch" Mitschuldner. Wenn Ehegatten gemeinsame Verbindlichkeiten eingehen, zum Beispiel einen Kredit aufnehmen, bestehen für Kreditinstitute allerdings besondere Belehrungspflichten nach dem Konsumentenschutzgesetz. Eine Scheidung befreit nämlich nicht von gemeinsamen Verbindlichkeiten! Die Haftung kann zwar beschränkt werden, bleibt aber grundsätzlich aufrecht, es sei denn, das Kreditinstitut befreit einen Ehegatten davon.